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Werte – Authentizität


Oft glauben wir als Eltern, wir müssten bestimmten pädagogischen Zielen zustreben, etwas bestimmtes erreichen, eine bestimmte Lernerfahrung vermitteln. Wenn wir aber zu sehr „pädagogisch“sein wollen, vernachlässigen und unterdrücken wir oft eigene Bedürfnisse und Gefühle. Aber nur, wenn Eltern authentisch sind, können sie eine gleichwürdige Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen haben. Es geht ja immer um das „hier bin ich-wo bist du?“ in der Begegnung.

Durch die Echtheit der Eltern lernen die Jugendlichen, was es heißt, selbst-verantwortlich anderen zu begegnen. Wenn Eltern nicht authentisch sind, machen sich zum „Opfer“ der Situation, d.h. sie geben ihre persönliche Verantwortung ab. An die Fachleute,“die ja gesagt haben“, an die Normen, an bestimmte Ziele, an die Umwelt, an ein „das macht man so“ etwa…. die eigene Gefühle und Bedürfnisse werden dann oft nicht thematisiert und bekommen keinen Raum. Kinder wollen aber wissen, „WER“ wir sind und was hinter unseren Aussagen steht. Sie wollen uns Eltern in unserer Ganzheit erfahren und erleben.

Authentische Eltern sind immer auch greifbare Gegenüber, mit denen sich das Kind oder der Jugendliche auseinandersetzen kann, an denen er die eigene Position finden kann. Wenn wir un-authentisch pädagogisch sind und uns aus der Begegnung „rausziehen“, geht es nur noch um z.B. die Erfüllung einer Regel aber nicht mehr darum, wie ich sie finde, weshalb ich sie wichtig finde, was meine Bedürfnisse und meine Gefühle dazu sind. Die Auseinandersetzung stellt sich dann in die Beziehung hinein und verhindert echtes Begegnen. Dies aber genau brauchen unsere Kinder.

Lehrer sein: Die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz


 

Jeder Lehrer erlebt in seinem Alltag zahlreiche Konfliktsituationen. In der Schule hat man es immer wieder mit Streitereien auf dem Pausenhof, im Klassenzimmer, Mobbing oder Autoritätsproblemen zu tun. Manchmal scheinen solche Konflikte aussichtslos zu sein. Die Situation wirkt erstarrt, alles scheint verfahren. Gerade als junger Lehrer fühlt man sich dann oft hilflos. Denn traditionelle Reglementierungen wie Schulverweise, Nachsitzen, Strafarbeiten und ähnliches laufen meist ins Leere. Eine wirklich nachhaltige Konfliktlösung gelingt nur, wenn Lehrer die richtige Balance zwischen Nähe und Distanz zu ihren Schülern finden. Gebraucht wird dafür ein gutes Maß an Beziehungskompetenz, das heißt die Fähigkeit, in Konfliktsituationen in einen konstruktiven Dialog miteinander zu treten. Doch während die Fachkompetenz bei den allermeisten Lehrern sehr professionell ist, wurde die Ausbildung der Beziehungskompetenz im Studium meist vergessen. Dem kann entgegengewirkt werden unter anderem mit Coachings oder auch mit einer guten Selbstreflexion.

Grundsätzlich gilt: immer wenn zwei Menschen etwas unterschiedliches wollen, befinden sie sich schon in einem Konflikt. Wenn sich beide darüber austauschen, dann verschwindet der Konflikt wieder. Wichtigste Voraussetzung für einen konstruktiven Lehrer-Schüler-Dialog ist dabei Authentizität. Denn häufig agierten Lehrer ausschließlich auf Basis ihres Rollenverständnisses als Lehrer. Sie denken, sie müssten aus ihrer Lehrerrolle heraus sich in einer bestimmten Art und Weise verhalten, auch wenn das nicht zu ihrer eigenen Befindlichkeit passt. Ein konkretes Beispiel: Rauchen ist bekanntermaßen ungesund und auf dem Schulgelände in der Regel verboten. Wenn Jugendliche auf einem Gymnasium oder einer Berufsschule trotzdem rauchen, werden die meisten Pädagogen darauf zu pochen, dass die Nichtraucherregel eingehalten wird. Problematisch wird die Situation allerdings, wenn der Lehrer selbst ein Raucher ist. Dann nämlich kommt er in einen inneren Konflikt und agiert nicht wirklich authentisch. Das merken die Jugendlichen und werden die Forderung, nicht auf dem Schulgelände zu rauchen, bei der nächsten Gelegenheit einfach ignorieren.

Oder ein anderes Beispiel: Ein verhaltensauffälliges Kind stört permanent den Unterricht. Es wiederholt aufzufordern, ruhig zu sein, wird keinen langanhaltenden Erfolg zeigen. Der Lehrer könnte aber auf das Kind zugehen und sagen: Ich merke, dass Du unruhig bist. Was stört Dich? In diesem Fall wird kommt ein Dialog zustande, der zum Ausweg führen kann.

Schüler spüren ambivalente Situationen, in denen sich der Lehrer hinter seiner Lehrerrolle versteckt und dabei eigene Bedürfnisse und Gefühle unterdrückt. Und wenn Lehrer nur noch als Ausführende des Systems Schule wahrgenommen werden, verschärfen sich die Konfliktsituationen. Aus Sicht der Schülers ist man als Teil des Schulsystems immer „mächtiger“ als eine konkrete Person. Gegen diese Übermacht, bleibt dem Schüler oft nur Resignation oder eben die „Revolte“.

Um in einen Dialog treten zu können, brauchen Schüler also ein authentisches Gegenüber. Sie wollen wissen, Lehrer wo bist Du wirklich? Durch die Echtheit lernen die Kinder, was es heißt, selbst-verantwortlich anderen gegenüber zu begegnen. Das klappt nur, wen Lehrer als erstes das Versteckspiel hinter all den „man sollte“ oder „man darf nicht“ aufgeben und in eine persönlichen Verantwortung mit persönlicher Sprache in Beziehung zu den Kindern und Jugendlichen treten.

Neben Authentizität ist auch das Stichwort Gleichwürdigkeit wichtig. Gemeint ist ausdrücklich nicht Gleichheit oder Gleichberechtigung, denn in der Begegnung zwischen Erwachsenen und Kindern trägt immer der Erwachsene die Verantwortung für die Qualität der Beziehung. In der Schule hat der Lehrer mehr Macht im Kommunikationsprozess, er hat die Definitionsmacht des „Abbrechens“, er bestimmt über die Ressourcen, den Ort der Kommunikation und vieles mehr. Insofern ist die Beziehungen zwischen Lehrer und Schüler keine gleichberechtigte im engeren Sinne.

Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern sollte jedoch ein gleichwürdiges sein. Denn Gleichwürdigkeit wird dem fundamentalen Bedürfnis aller Menschen gerecht, gesehen, gehört und als Individuum ernst genommen zu werden. In gleichwürdigen Beziehungen werden die Wünsche, Anschauungen und Bedürfnisse beider Partner registriert. Die Entscheidung trifft letzten Endes zwar meistens doch der Erwachsene, aber erst, nachdem er die Meinungen der Kinder gewürdigt und ernst genommen hat. Wenn die eigene Integrität gewahrt ist, dann kooperiert der Mensch gerne mit anderen und kann persönliche Verantwortung übernehmen. Das wiederum ist die Voraussetzung, damit Kinder und Jugendliche auch aktive Mitverantwortung für andere und die Schulgemeinschaft tragen.

Werte – Eigenverantwortung


hallo liebe LeserInnen,
weiter geht es mit Beziehungswerten.
Heute möchte ich den Begriff Eigenverantwortung bzw persönliche Verantwortung näher beleuchten…

Eigenverantwortung heißt persönliche Verantwortung. Verantwortung für unser eigenes Verhalten, unsere Gefühle, unsere Reaktionen, unsere Werte, usw. In der Begegnung zwischen Erwachsenen und Jugendlichen oder Kind trägt der Erwachsene die Verantwortung für die Qualität der Beziehung, also die sog. Prozessverantwortung.
Damit Kinder und Jugendliche eine gesunde Selbstachtung und einen starken Sinn für persönliche Verantwortung entwickeln können brauchen Sie die Erfahrung beständiger Fürsorge für die Wahrung ihrer persönlichen Integrität, das Kind braucht es, „gesehen“ zu werden.
Hierbei heisst gesehen werden nicht dass das Kind alles darf! Sondern, dass wir es wahrnehmen, in dem was es will, es nicht falsch machen in seinem Bedürfnis und Gefühl, aber trotzdem auch unsere Verantwortung übernehmen und so dem Kind authentisches Gegenüber sind.
Verantwortung kann man nicht lernen, man bekommt sie übertragen. Nur wenn das Kinde/ der Jugendliche seine persönliche Verantwortung übernehmen kann und wir ihm das auch lassen, ist er auch in der Lage, aktiv Mitverantwortung für andere und die Gemeinschaft zu tragen.
Denn aus dem gesehen werden und der Erfahrung in der persönlichen Verantwortung wahrgenommen zu werden erwächst der Wunsch, soziale Verantwortung zu übernehmen.
Oder kurz: Geht es mir mit meinen Bedürfnissen gut, gebe ich auch gerne.
mailt mir gerne Eure Kommentare an ask@dirk-bayer.de

Werte in Beziehungen – Gleichwürdigkeit


Aufgrund vieler Nachfragen will ich hier in nächster Zeit einige Werte, die für erfüllende dialogische Beziehungen wichtig sind genauer darstellen…..
Anfangen möchte ich mit Gleichwürdigkeit:

Gleichwürdigkeit wird dem fundamentalen Bedürfnis aller Menschen gerecht, gesehen, gehört und als Individuum ernst genommen zu werden. Gleichwürdigkeit ist nicht Gleichheit oder Gleichberechtigung. Eltern haben die Führung aber das Kind und der Jugendliche wird als wahrer Mensch wahrgenommen, seine Ideen, Erfahrungen und Gefühle werden mit einbezogen. In gleichwürdigen Beziehungen werden die Wünsche, Anschauungen und Bedürfnisse beider Partner ernst genommen. „Ich gebe Dir diesselbe Würde, die ich für mich einfordere“
Im Moment in dem wir gleichwürdig handeln respektieren wir unser Gegenüber – es entsteht ein „ich bin ok – du bist ok“.

Das gilt im übrigen nicht nur für Eltern-Kind Beziehungen, auch am Arbeitsplatz erhöht eine ein gleichwürdiger Umgang die Beziehungs- und Wohlfühlqualität erheblich.

DIE KINDER LERNEN UND LIEBEN DAS SET


schöne Rückmeldung einer Lehrkraft zu meinem Gewaltpräventionsset:
Habe das Set in meiner Grundschulklasse Klasse 1 durchgeführt. Szenen vorgelesen und nachgespielt. Die Kinder machen begeistert mit, können sich in die verschiedenen Rollen reinversetzen. Szenen regen zum Nachdenken an, Gefühle äußern, Lösungen anbieten in Konfliktlösungen. Absolute Kaufempfehlung. Auf so etwas habe ich lange gewartet. Es hat sich gelohnt. Praxisnah einfach Top. Hochwertiges Material. Danke an den Autor und Wehrfritz.

 

https://wehrfritz.com/de_DE/konfliktloesungs-set-gewalt-kein-thema-emotionskontrolle-kompetenz-schule-hort/p/066652_1?zg=schule_hort

standing rock heute oder wie sich Zivilisation an sich wieder als Problem entpuppt….


….der amerikanische Präsident lässt nun also die Proteste zerschlagen. So dass der Profit weiter fliessen, das Geschäft weiter laufen kann… das System des immerwährenden Wachstums braucht es immerwährend zu wachsen. Sonst kann es sich nur gegen sich selbst kehren…das aber würde heissen, es müsste sich die eigene existentielle Lüge vor Augen führen – die Lüge der Getrenntheit. Der Glaube von der Erde und allem anderen Leben getrennt zu sein führt zu Besitzstreben, welches noch mehr Besitz braucht, um sich sicher zu fühlen. So besitzen wir. Land, Tiere, Menschen, Macht. Diese müssen wir uns wieder und wieder selbst vorführen, um weiter glauben zu können, dass sie mehr sei als blosse Illusion. Alles was uns darauf hinweisen könnte muss bekämpft und zerstört werden. Arno Grün nennt es „das Eigene im Fremden bekämpfen“…und so kämpfen wir..nur niemals nachdenken oder zur Ruhe kommen, denn das hiesse verlieren von Zeit und so möglicherweise von Besitz und dem was wir uns eingeredet haben was wichtig ist…und wir lassen zu, dass andere kämpfen. Denn in unserem unsicheren Inneren spüren wir zwar, dass die Wahrheit eine andere ist, aber wir trauen unserem inneren Gefühl nicht mehr…das haben wir gründlich durch die Prinzipien von Zivilisation verlernt….denn wie soll sich in der fortwährenden Angst, NICHTS zu haben Empathie entwickeln? Sind wir nicht selbst so sehr hungrig danach, gesehen und geliebt zu werden..und glauben „zuerst muss ich kommen, dann…..der andere“..aber genau hier liegt das Hemmnis….begreifen wir, dass geben immer bekommen ist, können wir vielleicht wieder Hände zu Händen oder Pfoten, dem Leben reichen….vielleicht wieder spüren wie gut es ist, NICHT zuerst an sich, an „I am first“zu denken sondern an „was brauchst du?“ würden wir dann noch so sein und handeln wie heute?
Würden wir dann noch Kriege führen, um was auch immer, wenn wir die heilende Wirkung von Empathie geben für unser eigenes Sein entdeckt haben? Ich weiss, narzisstische Störung kann durch Empathie geheilt werden, aber wer traut sich, sie einem Herrn Trump zu geben?

Gewaltpräventionsset ab jetzt auf dem Markt


Seit ein paar Tagen ist es soweit, das Set „Gewalt -(k)ein Thema“ ist nun käuflich zu erwerben.
Im Set spiegeln sich meine über 20 Jahre Gewaltprävention wieder und es wurde in den letzten drei Jahren entwickelt, um bei Konflikten und Gewalt neue Perspektiven zu eröffnen und zur Bewusstwerdung und neuen Wegen der Konfliktbearbeitung anzuregen.
Kaufen könnt Ihr das Set hier:

https://wehrfritz.com/de_DE/konfliktloesungs-set-gewalt-kein-thema-emotionskontrolle-kompetenz-schule-hort/p/066652_1?zg=schule_hort

In nächster Zeit wird es auch einen Link direkt auf der HP geben.

Gedanken zur Furcht


ein paar Gedanken über Furcht…
Furcht ist immer auf die Zukunft gerichtet, nie auf das Jetzt. Im Jetzt spüren wir vielleicht Gefahr aber niemals Furcht. Geben wir der Furcht vor einer wie auch immer gearteten Zukunft nach und nach, wird sie grösser und unser eigentliches Sein überschwemmen, bis sie uns vollständig dominiert. Betrachten wir sie jedoch genau und akzeptieren sie als das was es ist ein einfacher Aufruf zur Achtsamkeit, dann rutscht sie wieder an ihren Platz….und wir atmen freier…vor was hast du Furcht? Sieh es dir genau an…Angst vor dem Tod? Vor Schmerz? Was ist es? Was verlierst du, wenn das eintritt, wovor du Furcht hast? Was verhindert die Furcht? Wo engt sie dich ein, verallgemeinert und verhindert Liebe und Verbindung? Zum anderen, zur Schöpfung?
walk in peace and walk in the now!

so jetzt geht es los


hallo Ihr Lieben,

ab heute geht es dann mal los mit dem bloggen..Neues zur Arbeit, Interessantes zu den einzelnen Bereichen, interessante Beispiele aus der Beratungspraxis, etc….all das soll hier rein…schaut doch ab und an mal vorbei!!!